Die Gedichte der Bildpostkarten in Textform
Auf einigen Bildpostkarten sind Verse oder Gedichte abgedruckt. Diese Texte stelle ich hier noch einmal gesammelt und in chronologischer Reihenfolge zusammen.
Karte von Anna Magerl 1910
Ich bin ein Deutscher
Mag Neid und Groll rings sprühen,
Das deutsche Reich wird blühen:
Ich bin ein Deutscher
will ein Deutscher
sein!
Josef Kolbeck, 14. 1. 1912
Wenn die Mörßer donnern -
u. sähen Schmerz u. Noth -
Dan sind wir treu u. [...?] -
des Sieges Morgenroth
Unbekannter Verfasser, 5. 9. 1914
Von mancher Burg in Deutschlands Gauen
Versanken längst in Nacht die letzten Trümmer
Auch Barbarossa's Burg erblickt ihr nimmer,
Kahl steht der Berg, auf dem sie war zu schauen.
Zu Staub verweht, was Stolz und Herrschsucht bauen,
Was Treu' und Liebe bauen dauert immer,
Seht Weinsberg's Burg! wie glänzt mit neuem Schimmer
Dies Mal der Lieb' und Treue deutscher Frauen.
Just. Kerner
Therese Pellkofer, 16. 2. 1916
Dein Leben sei fröhlich und
heiter, kein Unglück betrübe
Dein Herz, Dein Glück sei
stets Dein Begleiter, nie
treffe Dich Kummer und
Schmerz.
Sophie Fischer, 12. 12. 1916
Die vom Maschinengewehr.
Auf den Feind bedächtig zielen,
In der Liebe heißes Fühlen,
Warmes Herz und kaltes Blut,
Ach, wie bin ich dir so gut!
Maria Sax, 31. 12. 1916
"Sein Brief."
Sein Brief! ich les' ihn stets auf's neue,
Weil so viel Gutes, Liebes daraus spricht,
Auch ich steh fest zu Dir in Treue,
Ein deutsches Mädchen bricht den Treueschwur nicht!
Veronika Mühlbauer, 14. 1. 1917
Ich bin ein Deutscher!
Ich bin ein Deutscher, kennt
ihr meine Farben?
Die Fahne weht mir
schwarz-weiß-rot voran,
Daß für die Freiheit Deutschlands
Männer starben
Voll heil'ger Liebe, zeigt mein Banner an,
Den Helden will ich gleichen,
Will keinem Feinde weichen;
Ich zieh das Schwert und schlage tapfer drein,
Ich bin ein Deutscher, will ein Deutscher sein!
Kreszenz Magerl, 25. 3. 1917
Mit Kränzen grüßt man, was man liebt,
Weil's Schön'res nicht als Blumen giebt.
Therese Pellkofer, 14. 5. 1917
Gott
führ uns
zu den frohen Zeiten,
Wo uns die Friedensglocken läuten
Sophie Mühlbauer, 30. 7. 1917
Die Heimat
Je mehr die Wanderlust dich triebe
Nach Nord, nach Süd, nach Ost und West,
Je inniger nur wird die Liebe
In deiner Heimat trautem Nest
M. Raimund
Therese Pellkofer, 31. 7. 1917
Der Liebsten Haus
Auf einem Wiesengrunde
Da liegt für mich die Welt,
Die klein nur zwar, doch alles,
Was lieb mir ist enthält.
Otto Mühlbauer, 7. 8. 1917
Treue
Bundes-
Brüderschaft.
Wenn Gott uns seinen Segen leiht,
Sind wir zur schwersten Tat bereit,
Der Feind mög' dann erzittern
Wenn Seine Waffen splittern
Therese Pellkofer, 20. 9. 1917
Grüße will ich senden
In die Ferne dir,
Zur Erinnerung spenden,
Duft'ger Blumenzier.
Sophie Mühlbauer, 21. 10. 1917
Treudeutschen Gruß!
Noch nie ward
Deutschland überwunden,
wenn es einig war!
Vorwärts mit Gott,
der mit uns sein wird,
wie er mit den Vätern war!
- August 1914
Wilhelm II
Person Unbekannt, 3. 12. 1917
Dann ist wieder Frieden auf der Welt
Träne, heiße Tränen wurden viel vergossen,
Manches Mägdlein weinte sich die Augen rot,
Und manch' Tüchlein, dahinein die Tränen flossen,
Nimmer trocken wurde es ob aller Not. -
Eines Tages aber wird das Tüchlein flattern
Vom Balkone Gruß dem ruhmgekrönten Held:
Wenn dann Glocken läuten und die Salven knattern,
Dann ist Frieden wieder, Frieden auf der Welt!
Anna Kindl, 2. 2. 1918
Erinnerung
Wir glaubten's? Nein wir glauben's
Auch heut noch sind wir jung
Und zehren nicht allein nur,
An der Erinnerung.
Wir lieben und genießen
Das Glück so schön und hehr
Und ließen's niemals fahren
Für Reichtum, Ruhm und Ehr'