Geschwister
Nicht einrücken
Da seine drei älteren Brüder Franz-Xaver, Egid und Anton Soldaten waren, brauchte der jüngste Bruder Otto, geboren 1899, nicht einrücken.
Wagnerei
Während des Kriegsdienstes von Vaters Vater Anton erwirkten einige Bürgermeister angrenzender Gemeinden mehrmals Heimaturlaub für Anton, um zu Wagnern. Hintergrund war, daß die Bauern die Wagnerei-Produkte benötigten; Maschinen gab es zu dieser Zeit noch nicht.
Soldat ohne Waffe
Bei der Musterung für den Zweiten Weltkrieg wurde erwähnt, daß Anton im Ersten Weltkrieg Soldat ohne Waffe war.
Verletzung und Lazarett
Anton wurde bei einem Rückzug in Frankreich in einem Bunker durch einen Granateneinschlag verschüttet und verletzt. Er wurde aus dem Schutt herausgezogen. Die letzten Wochen seiner Militärzeit verbrachte Anton im Lazarett Alexisbad im Harzgebirge. Später klagter er manchmal noch, dass er es "im Kreuz" habe.
Fronteinsätze Egid Mühlbauer
Vater's Onkel Egid, geboren 1897, war im Ersten Weltkrieg als Infanterist in den Vogesen eingesetzt und ein- oder zweimal verwundet, einmal am Kopf. Nachdem er körperlich wiederhergestellt war, kam er wieder zurück an die Front.
Besuch beim Bruder
Egid hatte einmal die Gelegenheit, seinen Bruder Anton in der Ortskommandatur bei dessen Kriegseinsatz zu besuchen. Möglicherweise hatte er einige Tage Urlaub und konnte mit der Bahn hinfahren.
Lufling
Nach seiner Rückkehr blieb Egid noch bis etwa 1930 auf dem Anwesen seiner Eltern und arbeitete als Schreiner. Mein Vater Anton, geboren 1927, kann sich noch selbst daran erinnern. Da es gelegentlich zu Reibereien kam, kaufte Egid schließlich in Lufling ein kleines Anwesen. Großvater Anton hat ihn dazu finanziell auch ein wenig unterstützt.
Nach dem Ersten Weltkrieg
Auch nach dem Zweiten Weltkrieges kam Egid ab und zu zur heimatlichen Madlmühle. Dort hat mein Vater ihn hin und wieder getroffen. Sie sprachen jedoch nur wenig über den Ersten Weltkrieg.
Hobelbank
Mein Vater Anton verwendet jetzt immer noch eine Hobelbank, die Egid um etwa 1930 herum herstellte.
Militärdienst
Großvater Anton mußte vor dem Krieg keinen Militärdienst ableisten, denn er war kurzsichtig. Das war auch der Grund, warum er nicht schon 1914 zu Kriegsbeginn eingezogen wurde. So traf es ihn erst Ende 1916. Und auch hier hatte er Glück, denn er kam nicht direkt zur Infanterie, sondern zur Armierung, das heißt, zum Nachschub. Später wurde Anton als Handwerker bei der Etappe (einer rückwertigen Dienststelle) eingesetzt. Anton war als Soldat in Frankreich insbesondere stationiert in Lille und Arras. Anton war etwa von Januar 1917 bis November 1918 - bis zu seiner Verwundung - im Kriegseinsatz. 1919 wurde er vom Militär entlassen.