Egid geboren 1897
Fronteinsätze Egid Mühlbauer
Vater's Onkel Egid, geboren 1897, war im Ersten Weltkrieg als Infanterist in den Vogesen eingesetzt und ein- oder zweimal verwundet, einmal am Kopf. Nachdem er körperlich wiederhergestellt war, kam er wieder zurück an die Front.
Besuch beim Bruder
Egid hatte einmal die Gelegenheit, seinen Bruder Anton in der Ortskommandatur bei dessen Kriegseinsatz zu besuchen. Möglicherweise hatte er einige Tage Urlaub und konnte mit der Bahn hinfahren.
Lufling
Nach seiner Rückkehr blieb Egid noch bis etwa 1930 auf dem Anwesen seiner Eltern und arbeitete als Schreiner. Mein Vater Anton, geboren 1927, kann sich noch selbst daran erinnern. Da es gelegentlich zu Reibereien kam, kaufte Egid schließlich in Lufling ein kleines Anwesen. Großvater Anton hat ihn dazu finanziell auch ein wenig unterstützt.
Nach dem Ersten Weltkrieg
Auch nach dem Zweiten Weltkrieges kam Egid ab und zu zur heimatlichen Madlmühle. Dort hat mein Vater ihn hin und wieder getroffen. Sie sprachen jedoch nur wenig über den Ersten Weltkrieg.
Hobelbank
Mein Vater Anton verwendet jetzt immer noch eine Hobelbank, die Egid um etwa 1930 herum herstellte.
Französische Kriegsgefangenenschaft
Im November 1918, kurz vor dem Waffenstillstand kam Egid nach amerikanischen Angriffen in französische Kriegsgefangenenschaft. Die Amerikaner feuerten angeblich unaufhörlich, den ganzen Tag lang. Egid blieb bis 1920 in Kriegsgefangenenschaft.
Lazarett
Auf der Heimfahrt von der Kriegsgefangenenschaft mußte Egid ins Lazarett, wo er am Blinddarm operiert wurde. Da Egid nicht selbst schreiben konnte, schrieb eine Krankenschwester für ihn einen Brief nach Hause. In dem Brief bat sie, Egid im Lazarett zu besuchen. So kam es, daß Egid noch abwesend war, als seine Geschwister in der Heimat das Erbe der im Krieg verstorbenen Eltern antraten. Mein Vater hat den Brief noch selbst gelesen. Allerdings ist er inzwischen nicht mehr auffindbar.
Fluchtversuch
Eine Erinnerung an eine Aussage entweder von Anton Mühlbauer, geboren 1887, oder von Egid Mühlbauer selbst:
Egid unternahm während seiner französischen Kriegsgefangenenschaft einen Fluchtversuch. Er wollte versuchen, die schweizer Grenze zu erreichen. Der Fluchtversuch misslang allerdings, und er wurde wieder gefasst.